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Alexander Heimbuch

Moon

Alexander Heimbuch

Moon ist das gelungene Regiedebüt von Duncan Jones. Mit wenig Mitteln konnte er bereits einige Filmpreise abstauben. Seinen Beitrag dazu leistete Sam Rockwell (als Sam Bell) in einer Mehrfachrolle. Unglaublich atmosphärisch empfand ich auch die Filmmusik von Clint Mansell. So viel zum Anfangsgeschwafel.

Wer ist Sam Bell?

Versuchen wir uns zunächst in den Akteur Sam Bell hineinzuversetzen. Er stellt sich, wie wir alle, im Film die Frage Wer bin ich?. Normalerweise ist die Identität eines Menschen etwas sehr stabiles. Sam muss allerdings im laufe des Filmes seine Identität überdenken:

T0: Start des Filmes

Sam Bell

Sam Bell ist ein Mensch der sich vertraglich verpflichtet hat für Lunar Industry Drei Jahre auf einer Mondbasis zu arbeiten. Dazu wartet er die Mondstation und schickt Energiekapseln, die er aus Sammlern gewinnt (welche Energie aus Mondgestein extrahieren …), zur Erde. Dabei hilft ihm Gerty, ein Roboter dessen Grundmaxime das Wohlergehen von Sam ist. Sam hat eine kleine Tochter Eve. Seine Frau Tess hat sich vor der Dreijährigen Mission von ihm getrennt. Er kann nur indirekt mit der Erde kommunizieren da die Langstreckenkommunikation gestört ist. Sam muss nur noch zwei Wochen arbeiten um seinen Vertrag zu erfüllen, dann kann er wieder zurück auf die Erde. Anscheinend hat ihm die lange Einsamkeit nicht gut getan, er ist sowohl körperlich als auch geistig angeschlagen. Der Mondmann war anscheinend früher sehr impulsiv jetzt wirkt er ehr passiv und abgeklärt.

Soweit zum Grundsetting. Aufgrund seines schlechten Zustandes fängt Sam an Fehler zu machen, bis er beim abholen einer Energiekapsel in einen Sammler mit seinem Mondmobil fährt. Kurze Zeit später erwacht er ohne Verletzungen in der Krankenstation der Mondbasis, er erinnert sich an nichts.

T1: Nach dem Unfall

Tischtennis für 2

Sam ist impulsiv und fängt an die Handlungen von Gerty zu hinterfragen. Dabei versucht er den defekten Sammler (Unfall) zu reparieren und entdeckt Sam Bell (T0), welchen er rettet. Aufgrund dieses Zusammentreffens fängt T1 Sam an die Gegebenheiten zu analysieren und kombiniert schnell das er ein Klon sein muss. T0 Sam hingegen tut sich schwer daran zu glauben das er nicht alleine auf dem Mond ist. Nach auffinden von weiteren Beweisen wird aber auch ihm klar das er ein Klon ist.

T2: Die Erkenntnis

Sam Bell (T0) ist der fünfte aktivierte Klon eines Menschen der den Namen Sam Bell trägt/trug. Sam Bell (T1) ist der sechste Klon. Seine ehemalige “Frau” ist bereits verstorben, “seine Tochter” ist bereits 15 Jahre alt. Ihm wurden die Erinnerungen des echten Sam Bells implantiert damit er die Basis instand hält. Er soll nach Beendigung seiner Aufgabe sterben. Die Langstreckenkommunikation wird von außerhalb der Basis blockiert, er wurde geschaffen um möglichst billig Energie zu produzieren.

Identitätsfrage mal anders

Gerty

Soviel zum groben Abriss der Handlung, ich will auch nicht alles vorweg nehmen. Interessanter finde ich die Identitätsproblematik, die in “Moon” aufgeworfen wird. Sam Bells Klone können nur auf Gedankenfragmente zurückgreifen, sie haben durch die Kommunikationsbarriere keinerlei Möglichkeit diese zu hinterfragen. Sie haben zwar irgendwie das Gefühl das etwas nicht stimmt aber so richtig zuordnen können sie es nicht. Umso größer die Dissonanz bei dem älteren Klon, der fast Drei Jahre seine ganze Hoffnung auf den Moment der Abreise gesetzt hat. Klon Nummer 6 hingegen stellt sich relativ schnell seinem Schicksal und beginnt die Realität von Klon Nummer 5 aktiv zu hinterfragen. Interessant ist das sich trotz der imaginären Erfahrungen die Verhaltenszüge der beiden vergleichbaren Klon unterschiedlich sind. Klon Nummer 5 hat angefangen eine eigenständige Identität aufzubauen. Während Klon Nummer 6 wahrscheinlich dem originalen Sam Bell gleicht so hat Klon Nummer 5 nur noch wenig mit ihm gemeinsam. Die Frage ist ob diese Differenz ausreicht um ein “vollwertiger” Mensch zu sein. Damit der Verstand seine eigene menschliche Existenz begreifen kann benötigt er etwas stabiles und greifbares, fehlt diese Komponente kann sich das Individuum nicht selbst erkennen.

Das Motiv von Lunar Industries

Moon Harvester

Eines allerdings wirkt unstimmig bei “Moon”. Lunar Industries ist ein Millionenstarkes Unternehmen, welches auf dem Mond Energie Sammelt. Die ganze Prozedur ist anscheinend technisch Anspruchsvoll. Wir haben als Beispiel den Roboter “Gerty” der auf “Sam” aufpasst, einen Großteil der Arbeit von “Sam” übernimmt, der Emotionen erkennen kann und auch eine Art Normsystem besitzt. Die Frage die sich stellt ist warum dort oben überhaupt ein “Mensch” gebraucht wird. “Sam” ist unberechenbar, er macht Fehler und verschleißt. Auch ist ein Klon nach Drei Jahren körperlich am Ende, eine ganz schön aufwendige Prozedur für “nur” Drei Jahre. Das gewinnorientierte Motiv von Lunar Industries, was im Film angesprochen wird, scheint nicht plausibel. Es wäre für das Unternehmen besser keinen Sam Bell auf dem Mond zu haben. Umso unmenschlicher scheint das Verfahren mit den Klonen. Es verhält sich wie mit den Bohnen die “Sam” isst, er erwärmt sie, holt sie aus der Tüte, verbraucht sie und schmeißt die Tüte danach weg.

Marlis Artikel zu Moon



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